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Das, was dich anders macht, ist, was dich besonders macht – der Schritt in die Selbstständigkeit

Neue Beitragsreihe: Vom Gewerbeschein zum Shop

Black and White Tipi von MeintipiBlack and White Tipi von Meintipi

Lange Zeit habe ich darüber nachgedacht, worüber ich auf meinem Blog schreiben möchte und plötzlich war es klar – jeder Mensch ist einzigartig und hat seine eigene Geschichte erlebt. Jeder schreibt sie selbst und vor uns liegen noch viele leere Seiten, die wir mit tollen Tagen füllen dürfen. Ich möchte hier gerne meine Erfahrungen und Ideen mit euch teilen und starte deshalb heute meine erste Blog-Beitrags-Reihe, in der es um das Thema Selbstständigkeit geht.

Ihr habt eine tolle Idee, aber wisst nicht, wie die nächsten Schritte aussehen, um damit geschäftlich erfolgreich zu werden? Oder es geht garnicht um großen Erfolg, sondern darum, das, was ihr liebt, bekannter zu machen? Vielleicht auch ein Mix aus beidem?

Ich bin seit einigen Jahren selbstständig und habe auch in meinem Job vieles gelernt – diesen Input möchte ich nun mit euch teilen.

Inhalte der neuen Beitragsreihe

  • Die Idee ist geboren, aber wie starte ich?
  • Muss ich ein Gewerbe anmelden und wie läuft das mit den Steuern?
  • Wie kalkuliere ich den Preis für meine Artikel oder Dienstleistungen?
  • Wie stelle ich mich digital auf, worauf muss man achten?
  • Wie ist das mit Bildmaterial, was gilt es rechtlich zu beachten?
  • Wo buche ich meinen Webspace oder sichere mir meine Domain?
  • Welches Shop System ist das Passende?
  • Woher bekomme ich ein gestaltetes Logo, wenn ich es selbst nicht kann?
  • Wo drucke ich am besten meine Flyer und bestelle meine Versandverpackungen?
  • Und wenn ich nun gut vorbereitet bin – wie kommen die Bestellungen rein?
  • Wie bewerbe ich meine Produkte oder Dienstleistungen?
  • Wie veranstalte ich Gewinnspiele und mache die Auslosung?
  • Was muss ich beachten, wenn ich Kooperationen eingehe oder Ads buche, um meine Artikel über diesen Weg bekannter zu machen?

Dies sollen so die Inhalte der Blogreihe sein – gerne könnt ihr auch noch weitere Inhalte vorschlagen und wenn ich hier inspirierende Ideen habe, nehme ich sie mit auf und teile sie mit euch. Wo fange ich an? Am besten erstmal mit meiner eigenen Geschichte.. Ich habe einen Online-Shop, in welchem ich Tipi Zelte und Poster in liebevoller Handarbeit anfertige. Dazu habe ich mir auch eine kleine Selbstständigkeit im Grafik & Webdesign aufgebaut. Ohne fremde Hilfe und ohne Startkapital. Als alleinerziehende Mama in Elternzeit.

Es fing schon früh an, wenn ich meinem Papa besuchte und er arbeiten musste, stellte er mir neben seinen Schreibtisch einen eigenen Computer auf und ließ mich damit herumspielen. Ich war fasziniert vom Internet und baute meine erste eigene Website mit FrontPage, als ich 15 Jahre alt war. Mein Dad hatte mir meinen Namen als Domain gesichert und da fand man dann ein paar Bilder und Texte, die ich hochlud und schrieb. Über die Jahre habe ich immer mal wieder mit Websites rumgespielt und Neues ausprobiert. Irgendwann fing ich mit Corel Draw an, mein Dad hatte davon mehrere Bücher in seinem Büro und ich liebte es, darin zu stöbern und verschiedenes auszuprobieren. Von Corel Draw ging es zu Photoshop und dann kam auch InDesign hinzu. Professionell gelernt in einer Schule habe ich das alles nie und ohne ein wenig Mut und Wagnis, wäre so manches Projekt sicher auch nicht zustande gekommen.

Mit 26 Jahren ist mir das Schönste und Beste im Leben passiert – ich bin Mutter geworden. Und ja, ich war alleine, ohne Mann. Es war eine Herausforderung in alle Richtungen – es hat mich zum glücklichsten Mensch auf der Erde gemacht und positive Veränderungen gebracht – wenn damals auch nicht leicht, aber ich bin daran gewachsen. Und meine Projekte auch.

Als eine Freundin uns in meiner Elternzeit besuchte fragte sie, ob ich ihrer Mutter nicht helfen könnte, eine Website zu bauen, ein Logo und Visitenkarten. Ich probierte mich mit WordPress aus und Verstand nur Bahnhof. Datenbank, FTP, häh? Aber ich lernte. Verbrachte ja Abends meine Zeit daheim und hatte den Wunsch, irgendwas zu schaffen. Die Website wurde fertig und ich freundete mich weiter mit Photoshop an. Bearbeitete Grafiken und sah mir Tutorials im Netz an. Dann folgte eine Empfehlung und wieder eine und wieder eine… und plötzlich konnte ich sagen, hey, wenn du dir bei REWE online ein Fotobuch bestellst, dann ist das Design, was man auswählen kann, vermutlich von mir. Über 100 verschiedene Bücher zu den Themen Familie, Jahreszeiten, Hochzeit und mehr gestaltete ich. Genauso auch bei den Websites, mein Kundenstamm wuchs. Ich lernte, mehrsprachige Websites zu bauen. Zuerst zweisprachig mit einem Umschalter, dann viersprachig.

Weiter ging es auf dem Spielplatz. Der Freund einer Freundin leitete einen größeren Kölner Sportverein, der halbjährlich ein Magazin herausbrachte. Wir standen mit unseren Kindern gemeinsam an der Schaukel als er fragte, ob ich die Gestaltung und Erstellung seines Magazins nicht übernehmen möchte. Ich müsste es mit InDesign bauen. Da ich bereits Photoshop kannte und wusste, wo ich Hilfestellung im Netz fand, wenn ich etwas nicht konnte, sagte ich zu und begann mein erstes Projekt mit InDesign. Das Magazin ging mit 56 Seiten in den Druck und ich übernahm den Job auch für die kommenden Magazine.

Wie es zum Tipi Shop kam und was Instagram damit zu tun hatte

Irgendwann saß ich auf dem Sofa, legte eine Pause ein, genoss einen leckeren Kaffee und scrollte durch Instagram. Und da war es, ein traumhaft tolles Tipi in schwarz-weiss, was eine amerikanische Promi-Mama gepostet hatte. Ich wollte dieses Tipi auch haben für meinen kleinen Schatz. Mit etwas Recherche fand ich den Shop in Amerika, aber 200€ waren mir dann doch etwas zu teuer. Also zog ich mir im Netz die Nähanleitung für ein Tipi, besorgte Stangen im Baumarkt und ging in den Stoffladen, um den gleichen Stoff zu kaufen. Zu blöd nur, dass ich die Anleitung vergaß und somit keine Ahnung hatte, wie viel Stoff ich brauchen würde. Ich wollte es einfach Probeweise um die Stangen wickeln um es abschätzen zu können, aber die Verkäuferin schickte mich wieder heim, haha. Beim zweiten Versuch war ich dann besser vorbereitet und besorgte den Stoff. Zu Hause stand ich davor und überlegte, wie ich den Stoff nun genäht bekommen sollte. Ganz ehrlich: ich hab es in Erwägung gezogen, mit der Hand – also Faden und Nadel zu nähen. Nachdem ich aber merkte, dass es ewig dauern würde habe ich mir den Stoff und die Stangen geschnappt und habe eine Freundin besucht, die eine Schneiderlehre gemacht hatte. Wir nähten das Tipi nach Anleitung und ich baute es zu Hause auf. Innen sah man alle Nähte, eine Seite hinten war geflickt, weil ich mich mit dem Stoff doch irgendwie vertan hatte und wir zu wenig hatten – aber ich war stolz! Und happy und meinem Kleinen gefiel es. Von außen und vorne sah man die Makel auch nicht.

Ich machte ein Bild und postete es auf Instagram. Und dann meldete sich eine andere Mama und fragte, ob ich ihr auch so ein Tipi nähen könnte.

Die Geschäftsidee war geboren und ich bestellte mir eine Nähmaschine. Ich hatte noch nie selber genäht und hätte sie zurück geschickt, wenn es nicht geklappt hätte. Aber es ging – sogar erstaunlich leicht. Ich hatte aus den Fehlern am ersten Tipi gelernt und zauberte ein tolles zweites Tipi. Als ich Freunden, die zu Besuch kamen, von meiner Idee erzählte, beäugten sie das Tipi (es war noch das erste Modell, was ich da stehen hatte) und meckerten über alles, die Stoffe, die Verarbeitung, das es sich finanziell nicht lohnen würde – das war nicht schön. Es machte mich richtig traurig. Trotzdem machte ich weiter und ließ mich nicht unterkriegen. Ich veränderte das Schnittmuster und probierte verschiedene Stoffe aus. Damals hatte ich kein Auto und der Stoffladen war etwas weiter weg, jedes mal fuhr ich mit Buggy, Bahn und Bus, um die Stoffe einzukaufen. Dann programmierte ich meinen Online-Shop. Ich machte keine bezahlte Werbung, von jedem Tipi, was fertig wurde, machte ich ein Foto und postete es auf Instagram und das Feedback dort war toll. Ich nähte oft bis tief in die Nacht und tagsüber konnte ich für meinen kleinen Schatz im Spielzeugladen endlich auch mal ein paar kleine Geschenke kaufen und ihm eine Freude machen, wo vorher immer das Geld gefehlt hatte.

Über die Jahre habe ich meine Erfahrungen gesammelt. Ich habe auch Fehler gemacht und aus ihnen gelernt. Ich beobachtete verschiedenen Trends, probierte viele Tools aus und fand heraus, was gut funktionierte und was nicht. Ich habe in verschiedenen Start-Up Firmen gearbeitet, dort wo ich am längsten war, machte ich auch meine Erfahrungen und konnte viel mitnehmen. Und es gab auch immer guten Kaffee, der mich angetrieben hat 🙂

Aus einem kleinen Unternehmen mit 10-15 Mitarbeitern, fingen wir damals in einem Keller ohne Fenster neben Druckmaschinen an. Die Wand zum Chefbüro bestand aus festgetackerter Leinwand. Als ich das Unternehmen verließ, waren es drei moderne und große Büroetagen, eine eigene Produktion über 1.000qm in Deutschland und es gab bereits weitere Standorte und Produktionen in Miami, Riga und Shenzen. Der Vertrieb erfolgte online über programmierte Shops, es gab fast in jedem Land einen in der jeweiligen Landessprache. Dahinter stand ein Kundensupport, eine Versandabteilung, eine Marketingabteilung, der Einkauf, die Buchhaltung, das eCommerce Team, eine B2B Abteilung und vieles mehr. Über 500 Mitarbeiter arbeiten mittlerweile weltweit für dieses Unternehmen. Es war für mich eine ganz tolle Zeit, dort zu arbeiten und gemeinsam mit dem Unternehmen zu wachsen und zu lernen. Hier kam mir auch die Idee zum Namen ‚Meintipi‘, als ich an meinem Schreibtisch saß, bei einer leckeren Starbucks Vanilla Latte, inspiriert durch alles, was um mich geschah.

In meiner Beitragsreihe möchte ich meine Erfahrungen aus allen Bereichen einfließen lassen. Natürlich geht jeder seinen eigenen Weg und hat auch andere Kenntnisse oder Fähigkeiten. Aber wenn man etwas wirklich möchte und mit dem Herzen dahinter steht – dann wird es Zeit, den ersten Schritt zu machen. Und danach den nächsten. Und man findet heraus, wohin die Reise geht.

Welche Themen interessieren euch? Was möchtet ihr in den Beiträgen lesen?

Oben habe ich schon ein wenig aufgezählt, aber habt ihr weitere Tipps? Sendet sie mir gerne über die Kommentarfunktion oder per Nachricht. Danach werde ich mich hinsetzen und eine kleine Struktur schaffen und dann gehts los!

1 Kommentar

  1. Liebe Mai! Ich bewundere Dich, Deinen Mut und Deinen unbändigen Willen an das zu glauben, was da in dir als Leidenschaft gelebt werden will! Und du machst es einfach! Dies empfinde ich im höchsten Maße inspirierend! Du bist eine starke und sehr interessante Frau und ich finde es wunderbar wie vielfältig und vielschichtig Deine Ideen und Dein Weg ist! Vielen Dank für das Teilen Deines Weges und ich freue mich in Bezug auf die von Dir oben aufgelisteten Themen zu lesen und mehr zu erfahren, denn auch ich stelle mir seit Längerem diese und viele weitere Fragen zum Thema „Selsbstständigkeit“. Bei mir ist es so, dass ich unsicher bin, wie und wann ich den ersten Schritt machen soll. Und wie ich mich mit meinem Thema/ Dienstleistung „sichtbar“ machen möchte.
    Uuuuund ich tue mich unfassbar schwer damit, wie eine solche Website aussehen könnte. Die kleine kritische Stimme meldet sich dann und denkt: aber es muss doch perfekt sein?! Dann verheddere ich mich und mache anstatt erstmal nur mit 80 % Prozent zu starten: nichts

    Somit interessiert mich das Thema der inneren Haltung als Du Dich entschieden hast loszulegen. Wie war deine Vision? Wie hat es sich angefühlt? Hast du dich auch unsicher gefühlt? Falls ja wie bist du damit umgegangen?

    Herzliche Grüße aus Deiner alten Heimat 🙂 und alles Liebe
    Kristina

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